Insight-Studie: Zu hohe Cloud-Ausgaben bremsen KI-Initiativen in Europa

Fast die Hälfte der europäischen Unternehmen gibt bis zu 5 Millionen Euro pro Jahr für die Cloud aus – doch ein Viertel der Kapazität bleibt ungenutzt

 

WIEN, 15. April 2026 — Eine neue Studie von Insight zeigt, dass Cloud-First-Strategien in europäischen Unternehmen zu anhaltenden Effizienzverlusten führen können: Organisationen verschwenden durchschnittlich 24 % ihrer jährlichen Cloud-Kapazität. Kapital, das in souveräne, resiliente Infrastruktur für KI im großen Maßstab investiert werden könnte.

In der EMEA-Region gibt knapp die Hälfte der Unternehmen jährlich bis zu 5 Millionen Euro für Cloud-Dienste aus. Für eine Organisation mit durchschnittlichen Cloud-Ausgaben von 3,75 Millionen Euro entspricht das fast 901.000 Euro pro Jahr, die verschwendet werden. Das schränkt Investitionen in KI-Plattformen, Maßnahmen zur Datensouveränität und die langfristige Resilienz der Infrastruktur ein.

Das Trilemma der digitalen Souveränität

Der Report zum „Trilemma der digitalen Souveränität“ von Insight beschreibt die drei konkurrierenden Säulen, die Unternehmen mit zunehmender KI-Einführung in Einklang bringen müssen.

  • Wirtschaftliche Effizienz: Fast ein Viertel der Cloud-Kapazität bleibt ungenutzt. Dies reduziert unnötig die finanziellen Mittel für kostenintensive KI-Innovationen und fortschrittliche Datenplattformen.
  • Operative Resilienz: Um Verfügbarkeit zu gewährleisten, überdimensionieren 47 % der Organisationen ihre Infrastruktur und integrieren kostspielige „Just-in-Case“-Architekturen.
  • Datensouveränität: Zunehmende regulatorische Anforderungen an Datenresidenz und KI-Governance verlagern Workloads auf dedizierte oder souveräne Plattformen und erzwingen häufig Kompromisse zwischen Kontrolle, Kosten und Performance.

Was früher als vertretbare Kosten der Cloud-Agilität galt, ist heute eine strukturelle Einschränkung. Allein KI verursacht einen Anstieg der Hosting-Kosten um jährlich 12 %, während 67 % der Unternehmen digitale Souveränität bereits als strategische Priorität betrachten – ein Wert, der mit Blick auf die nächsten drei Jahre auf 82 % steigen wird. Überdimensionierung (47 %), eingeschränkte Transparenz (47 %) und inaktive Ressourcen (46 %) treiben die Ausgaben weiter in die Höhe und schränken die Flexibilität ein.

„Die Studie zum ‚Trilemma der digitalen Souveränität‘ von Insight beschreibt eine Realität, mit der viele europäische Organisationen derzeit konfrontiert sind: Souveränität, Resilienz und Kosteneffizienz ziehen oft in unterschiedliche Richtungen“, erklärt Gernot Hofstetter, Co-CEO von Yorizon. „Ohne ein bewusstes Infrastruktur-Design riskieren Organisationen, sich genau in dem Moment in Abhängigkeiten zu begeben, in dem digitale Grundlagen untrennbar mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilität verknüpft werden.“

Interne Defizite verstärken das Problem

Trotz steigender Kosten führen 56 % der Unternehmen vor wichtigen Workload-Platzierungen keine Gesamtbetriebskostenanalysen (TCO) durch, während 41 % weiterhin durch Legacy-Systeme eingeschränkt sind. Das erschwert es, Cloud-Landschaften auszubalancieren und zu optimieren.

„Organisationen verschwenden fast ein Viertel ihrer Cloud-Kapazität, während KI die Infrastrukturkosten gleichzeitig stark in die Höhe treibt”, sagt Adrian Gregory, President von Insight EMEA. „Um KI nachhaltig zu skalieren, muss die Infrastruktur als strategischer Vermögenswert betrachtet werden. Hier sind Verschwendung zu reduzieren, strenge TCO-Disziplin anzuwenden und ein bewusster Ausgleich zwischen Performance, Souveränität und langfristiger Wirtschaftlichkeit zu schaffen.“

Infolgedessen setzen Unternehmen zunehmend auf souveränitätsorientierte hybride Architekturen, wobei 85 % bereits eine dedizierte Infrastruktur für KI evaluieren oder bereitstellen. Die Studie zeigt eine klare Chance auf, verschwendete Cloud-Ausgaben zurückzugewinnen, indem die Transparenz verbessert, inaktive Ressourcen entfernt und Cloud-Strategien an KI- und Souveränitätsanforderungen angepasst werden.

Ergebnisse für Deutschland

In der DACH-Region ist digitale Souveränität fest als strategisches Thema etabliert und gewinnt weiter an Bedeutung. Zwei Drittel (66 %) der Unternehmen geben an, dass sie heute wichtig ist. Dieser Wert steigt mit Blick auf die nächsten ein bis zwei Jahre auf 75 % und langfristig auf 84 %. Dies spiegelt den starken regionalen Fokus auf Kontrolle, Resilienz und bewusstes Infrastrukturdesign wider, während die Einführung von Cloud und KI weiter Fahrt aufnimmt.

Die vollständige Studie zum „Trilemma der digitalen Souveränität“ finden Sie hier.

 


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